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Wieder einmal Köln

Bei der größten europäischen Handarbeitsmesse h+h cologne, die jährlich im März stattfindet, präsentieren sich auf riesigen Ausstellungsflächen die großen industriellen Anbieter von Handstrickgarnen, wie Lana Grossa, Katia, Lang Garn oder Rico. Ganz klar sind die Präsentationen auf die HändlerInnen zugeschnitten, die schon lange diese Marken verkaufen. Hier etwas Neues zu entdecken, ist mir schwer gefallen.

Eine Ausnahme ist allerdings einmal mehr die englische Nobelmarke Rowan, die dem Hause Coats angegliedert ist. Ab Oktober 2015 wird es das Garn Rowan Shine (45% Mohair, 28% Wolle, 20% Seide & 7% Baumwolle) geben, das zusammen mit Swarovski Kristallen zum Einstricken angeboten wird. Zeitgleich werden die Broschüren Swarovski Evening und Swarovski Day mit insgesamt 23 Anleitungen für glamouröse und zarte Kleidungsstücke und Accessoires erscheinen.

Trotz der Mächtigkeit der Marktführer hat sich für mich der Besuch der Messe dennoch gelohnt, denn insbesondere an den Ständen von Blacker Yarns, Rosy Green Wool und baa ram ewe wurde ich glücklich gemacht.

Baa ram ewe aus der nordenglischen Grafschaft Yorkshire bietet schon seit etwa zwei Jahren das wundervolle Garn Titus in dreizehn herrlichen Farben an. Mit ihrem Design Catkin hat Kate Davies wohl einen nicht unbedeutenden Teil geleistet, um dieses Garn aus 50% Wensleydale, 20% Bluefaced Leicester und 30% British Alpaca berühmt zu machen.

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Design: Catkin by Kate Davies, Garn: Titus by baa ram ewe, Foto © Kate Davies Design

Im August wird dann die neueste Kreation Dovestone DK an die Händler geliefert, das zu 100% aus britischer Wolle und im Detail aus 50% Bluefaced Leicester, 25% Wensleydale und 25% Dark Brown Masham besteht. Die Rasse Masham scheint zur Zeit ein wachsendes Interesse der Garnhersteller auf sich zu ziehen, denn auch die US-stämmige The Fibre Co. wird im Herbst mit Cumbria ein Garn mit einem Anteil Masham auf den Markt bringen. Es ist fast beneidenswert, aus welch einer Vielfalt an lokalen Schafrassen die britischen Hersteller schöpfen können. Ihre Produkte überzeugen mich nicht nur mit ihrer Qualität, sondern auch mit der Herzenswärme und der Leidenschaft, die der Zucht der einzelnen Rassen bis hin zum Spinnen und Färben der Garne entgegen gebracht werden.

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Titus, 8 Farbtöne, © 2015 baa ram ewe – Wensleydale image © AnnieCholewa www.knitsofacto.blogspot.com

Und so wundert es nicht, dass auch die beispielhaften Vorreiter für Garne in GOTS-zertifizierter Bioqualität, Rosmary Stegmann und Patrick Gruber, ihr Angebot um zwei sehr interessante Garne erweitert haben. Zu den sehr erfolgreichen Merinogarnen von Rosy Green Wool sind nun manx merino fine und heb merino fine gekommen. Wie die Namen schon verraten, wird Merinowolle mit der Wolle der mittlerweile sehr selten gewordenen Rasse Manx Loaghtan (zu 28%) beziehungsweise mit der Wolle der ebenfalls bedrohten Hebridean Schafe (zu 20%) versponnen. Das Ergebnis sind zwei weiche und hautschmeichelnde Garne, die durch die ausgeprägten Charaktere der seltenen Schafrassen eine starken Ausdruck gewinnen. Die beiden Garne sind Raritäten, denn es wird jeweils nur eine kleine Menge pro Jahr davon produziert. Je gekauftem Strang spendet Rosy Green Wool 0,50 € an den Rare Breeds Survival Trust für den Erhalt bedrohter Schafrassen.

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heb merino fine (links), manx merino fine (rechts), je 8 Farbtöne, Foto © Rosy Green Wool

Von Rosy Green Wool zu Blacker Yarns ist es nicht weit, schließlich werden Rosys Garne in der Natural Fibre Company von Sue Blacker gesponnen. Auch auf der Messe präsentierten sie sich an einem gemeinsamen Stand. Meine Entdeckung bei Blacker Yarns war das neue Garn in Sommerqualität namens Lyonesse. Weiße Corriedale- / Merinowolle von den Falklandinseln wird zu gleichem Teil mit Leinen versponnen. So haben Sue Blacker und ihr MitarbeiterInnen ein herrlich leichtes, weiches und doch kräftiges Garn kreiert, das aufgrund des Anteils an hochwertiger Wolle ein ausgeprägtes Formen-Gedächtnis nach dem Spannen hat. Es eignet sich besonders für Lochmuster und leichte, offene Strukturen. Schon sehr lange bewundere ich, dass bei Blacker Yarns die Garne beim Färben stets ihren ursprünglichen Charakter behalten und niemals totgefärbt werden. Auch die Farben von Lyonesse sind weich und natürlich und überzeugen mit ihrer Tiefe und Lebendigkeit.

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Lyonesse DK, 6 Farbtöne, Foto © Blacker Designs

In den kommenden Tagen wird mich ein Päckchen aus Cornwall, UK mit einer kleinen Lieferung Lyonesse DK in schilfgrün erreichen. Ich kann es kaum erwarten, die erste Maschenprobe zu stricken und meiner Kreativität Anschub zu geben, denn mein nächstes Design soll ein Sommerdesign werden…

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Lyonesse DK, grün, Foto © Blacker Designs

Meinen Besuch in Köln konnte ich bestens abrunden mit einem Besuch des unvergleichlichen Museum Ludwig und seiner aktuellen Sigmar Polke Retrospektive.

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Sigmar Polke, Freundinnen, 1965/1966, Dispersionsfarbe auf Leinwand, 150 × 190 cm, Sammlung Froehlich, Stuttgart, © 2015 The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst Bonn, 2015, Foto: © Froehlich Collection Archive

Das Museum befindet sich gleich neben dem Hauptbahnhof und mag so dazu verführen, ihm schnell noch vor der Abfahrt einen kurzen Besuch abzustatten. Davon rate ich aber nachdrücklich ab, denn bislang hat mich jede Ausstellung dort derart in den Bann geschlagen, dass Zeit keine Rolle mehr spielen wollte. Es kann also leicht passieren, dass man einfach den Zug verpasst. Den besten Dingen im Leben sollten eben immer ausreichend Raum und Zeit zugestanden werden.

Handgemachte warme Ohren

Die feiertägliche Gemütlichkeit ist schön, aber nicht lange, und es drängt zu einem ausführlichen Spaziergang an der frischen Luft. Umso mehr, da heute tatsächlich der erste Schnee gefallen ist!

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt halten wir uns mit einer Auswahl von handgestrickten Kopfbedeckungen warm. Die Mützensaison ist da!

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Zum Beispiel mit The Vermonter von Abi Gregorio, gestrickt mit dem ungefärbten Garn Corriedale / Hebridean – Chunky von Blacker Yarns.

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Luuk von Annis Jones ist eigentlich eine Mütze für Kinder, kann aber leicht als Version für Erwachsene umgearbeitet werden. Diese wurde aus dem (mittlerweile nicht mehr produzierten) Garn Colourscape Chunky von Rowan gestrickt. Der Farbverlauf nennt sich Camouflage, ist aber in der Großstadt wohl eher nicht zur Tarnung geeignet…

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Eine meiner liebsten Kindermützen ist I Heart Cables von Justyna Lorkowska. Sie bietet alles was eine Kindermütze braucht: eine wärmende, dichte Struktur aus Zopfmuster, Ohrenklappen mit Bändern zum Verschließen und eine fröhliche Bommel. Für diese wurde das reine Merinogarn Rios von Malabrigo im leuchtenden Ravelry Red verwendet.

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Ich finde, dezente Mützen für Männer in Grau, Marineblau oder Braun sind mit Sicherheit sehr zweckdienlich, es darf aber gern auch einmal etwas farbenfroher sein. Für diese Variante des Ski Sweater Slouchy Hat von Whitney W wurde Maxi Wool von Erika Knight in den Farben Storm, Steve, Canvas und House Red verstrickt.

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Unstrittig feminin ist dagegen die Mütze Fresco Simple Slouchy Hat von Susan Mills. Das bezaubernde Garn Kidsilk Haze Trio von Rowan bringt mit seiner Mischung aus Seide und Mohair Glanz und Kuschelfaktor zusammen. Leider stellt Rowan auch für dieses Garn die Produktion ein, wer aber noch Restposten ergattern kann, wird damit sicherlich sehr glücklich.

Ich wünsche allen ein glückliches neues 2015.