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Mit Kokkeluri ins 2016

In Bezug auf warme Winterhandschuhe kann man mich ruhig altmodisch nennen, denn ich liebe Schneeflocken. Kate Davies hat für ihren Seven Skeins Club bezaubernde Fäustlinge namens Kokkeluri entworfen. Die Handschuhe sind natürlich aus ihrem herrlichen Garn Buachaille gestrickt und erreichen durch eine relativ kleinen Nadelstärke eine wohlig wärmende Dichte. Diese Handwärmer wollte ich auch!

Das Motiv der Margerite (ox-eye daisy), die sowohl in Schottland als auch in Deutschland verbreitet ist, ersetzte ich auf den Handrücken dann aber doch lieber mit Schneeflocken und Tannen.

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Und so genieße ich am heutigen – nun doch auch in Berlin winterlich kühlen – Silvestertag meine warmen Fäustlinge und ein Glas zur Begrüßung des neuen 2016. Möge es uns allen Frieden bringen und unsere Kraft mehren, denen zu helfen, die unseren Beistand dringend brauchen.

Wieder einmal Köln

Bei der größten europäischen Handarbeitsmesse h+h cologne, die jährlich im März stattfindet, präsentieren sich auf riesigen Ausstellungsflächen die großen industriellen Anbieter von Handstrickgarnen, wie Lana Grossa, Katia, Lang Garn oder Rico. Ganz klar sind die Präsentationen auf die HändlerInnen zugeschnitten, die schon lange diese Marken verkaufen. Hier etwas Neues zu entdecken, ist mir schwer gefallen.

Eine Ausnahme ist allerdings einmal mehr die englische Nobelmarke Rowan, die dem Hause Coats angegliedert ist. Ab Oktober 2015 wird es das Garn Rowan Shine (45% Mohair, 28% Wolle, 20% Seide & 7% Baumwolle) geben, das zusammen mit Swarovski Kristallen zum Einstricken angeboten wird. Zeitgleich werden die Broschüren Swarovski Evening und Swarovski Day mit insgesamt 23 Anleitungen für glamouröse und zarte Kleidungsstücke und Accessoires erscheinen.

Trotz der Mächtigkeit der Marktführer hat sich für mich der Besuch der Messe dennoch gelohnt, denn insbesondere an den Ständen von Blacker Yarns, Rosy Green Wool und baa ram ewe wurde ich glücklich gemacht.

Baa ram ewe aus der nordenglischen Grafschaft Yorkshire bietet schon seit etwa zwei Jahren das wundervolle Garn Titus in dreizehn herrlichen Farben an. Mit ihrem Design Catkin hat Kate Davies wohl einen nicht unbedeutenden Teil geleistet, um dieses Garn aus 50% Wensleydale, 20% Bluefaced Leicester und 30% British Alpaca berühmt zu machen.

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Design: Catkin by Kate Davies, Garn: Titus by baa ram ewe, Foto © Kate Davies Design

Im August wird dann die neueste Kreation Dovestone DK an die Händler geliefert, das zu 100% aus britischer Wolle und im Detail aus 50% Bluefaced Leicester, 25% Wensleydale und 25% Dark Brown Masham besteht. Die Rasse Masham scheint zur Zeit ein wachsendes Interesse der Garnhersteller auf sich zu ziehen, denn auch die US-stämmige The Fibre Co. wird im Herbst mit Cumbria ein Garn mit einem Anteil Masham auf den Markt bringen. Es ist fast beneidenswert, aus welch einer Vielfalt an lokalen Schafrassen die britischen Hersteller schöpfen können. Ihre Produkte überzeugen mich nicht nur mit ihrer Qualität, sondern auch mit der Herzenswärme und der Leidenschaft, die der Zucht der einzelnen Rassen bis hin zum Spinnen und Färben der Garne entgegen gebracht werden.

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Titus, 8 Farbtöne, © 2015 baa ram ewe – Wensleydale image © AnnieCholewa www.knitsofacto.blogspot.com

Und so wundert es nicht, dass auch die beispielhaften Vorreiter für Garne in GOTS-zertifizierter Bioqualität, Rosmary Stegmann und Patrick Gruber, ihr Angebot um zwei sehr interessante Garne erweitert haben. Zu den sehr erfolgreichen Merinogarnen von Rosy Green Wool sind nun manx merino fine und heb merino fine gekommen. Wie die Namen schon verraten, wird Merinowolle mit der Wolle der mittlerweile sehr selten gewordenen Rasse Manx Loaghtan (zu 28%) beziehungsweise mit der Wolle der ebenfalls bedrohten Hebridean Schafe (zu 20%) versponnen. Das Ergebnis sind zwei weiche und hautschmeichelnde Garne, die durch die ausgeprägten Charaktere der seltenen Schafrassen eine starken Ausdruck gewinnen. Die beiden Garne sind Raritäten, denn es wird jeweils nur eine kleine Menge pro Jahr davon produziert. Je gekauftem Strang spendet Rosy Green Wool 0,50 € an den Rare Breeds Survival Trust für den Erhalt bedrohter Schafrassen.

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heb merino fine (links), manx merino fine (rechts), je 8 Farbtöne, Foto © Rosy Green Wool

Von Rosy Green Wool zu Blacker Yarns ist es nicht weit, schließlich werden Rosys Garne in der Natural Fibre Company von Sue Blacker gesponnen. Auch auf der Messe präsentierten sie sich an einem gemeinsamen Stand. Meine Entdeckung bei Blacker Yarns war das neue Garn in Sommerqualität namens Lyonesse. Weiße Corriedale- / Merinowolle von den Falklandinseln wird zu gleichem Teil mit Leinen versponnen. So haben Sue Blacker und ihr MitarbeiterInnen ein herrlich leichtes, weiches und doch kräftiges Garn kreiert, das aufgrund des Anteils an hochwertiger Wolle ein ausgeprägtes Formen-Gedächtnis nach dem Spannen hat. Es eignet sich besonders für Lochmuster und leichte, offene Strukturen. Schon sehr lange bewundere ich, dass bei Blacker Yarns die Garne beim Färben stets ihren ursprünglichen Charakter behalten und niemals totgefärbt werden. Auch die Farben von Lyonesse sind weich und natürlich und überzeugen mit ihrer Tiefe und Lebendigkeit.

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Lyonesse DK, 6 Farbtöne, Foto © Blacker Designs

In den kommenden Tagen wird mich ein Päckchen aus Cornwall, UK mit einer kleinen Lieferung Lyonesse DK in schilfgrün erreichen. Ich kann es kaum erwarten, die erste Maschenprobe zu stricken und meiner Kreativität Anschub zu geben, denn mein nächstes Design soll ein Sommerdesign werden…

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Lyonesse DK, grün, Foto © Blacker Designs

Meinen Besuch in Köln konnte ich bestens abrunden mit einem Besuch des unvergleichlichen Museum Ludwig und seiner aktuellen Sigmar Polke Retrospektive.

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Sigmar Polke, Freundinnen, 1965/1966, Dispersionsfarbe auf Leinwand, 150 × 190 cm, Sammlung Froehlich, Stuttgart, © 2015 The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst Bonn, 2015, Foto: © Froehlich Collection Archive

Das Museum befindet sich gleich neben dem Hauptbahnhof und mag so dazu verführen, ihm schnell noch vor der Abfahrt einen kurzen Besuch abzustatten. Davon rate ich aber nachdrücklich ab, denn bislang hat mich jede Ausstellung dort derart in den Bann geschlagen, dass Zeit keine Rolle mehr spielen wollte. Es kann also leicht passieren, dass man einfach den Zug verpasst. Den besten Dingen im Leben sollten eben immer ausreichend Raum und Zeit zugestanden werden.

Hier ist mein allererstes Design

Ich stelle fest: Offenbar zähle ich zu den Monats-Bloggern. Mir scheint es nicht möglich zu sein, in kürzeren Abständen etwas zu veröffentlichen. Aber ich war fleißig in der Zwischenzeit und habe nun endlich mein erstes Design bei ravelry veröffentlicht! Hier ist Schneegestöber oder in der englischen Variante snow flurry.

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An den Abenden, nach einem Arbeitstag und reichlich Familienleben dazu, an der Strickschrift zu arbeiten, ist mir selten leicht gefallen. Schließlich ist das Stricken in seinem Kern Mathematik, und zwar der eher einfacheren Art. Allerdings raubte diese Erkenntnis meinem geplagten Kopf oft auch noch die letzte Motivation.

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Wie schön ist es doch, eine fertige Anleitung neben sich liegen zu haben und einfach nur dahin zu stricken – ohne viel nachdenken zu müssen… Mein Ziel war es, den Pullunder so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Er wird in der Runde gestrickt, also ohne Seitennähte und – zumindest bis zu den Armausschnitten – nur mit rechten Maschen. Am Ende gibt es kaum noch Fäden zu vernähen.

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Noch kurz ein paar Worte zum Garn, das ich verwendet habe. Natürlich wollte ich wieder mit Wolle von Blacker Yarns stricken und habe mich für Pure Shetland 4-ply entschieden. Die Wolle der Shetland-Schafe gehört zu der feinsten aller britischen Rassen und kann in bis zu sieben natürlichen, also ungefärbten Tönen angeboten werden. Ich habe zwei Naturfarben mit dem herrlichen Türkis kombiniert, denn diese drei Farben erinnern mich an den bedeckten Schneehimmel und die erste zarte Eisdecke auf dem See.

Das Garn kann selbstverständlich in meinem Shop bei Dawanda erworben werden. Bei Abnahme von mindestens 3 Mal 50 g Pure Shetland 4-ply gibt es die Anleitung für Schneegestöber kostenlos dazu.

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Oh, und während ich dies hier tippe, haben bereits zwei Strickerinnen von der anderen Seite des Atlantiks die Anleitung bei ravelry gekauft! Wie aufregend! Dear Shannon, dear Brenda, you are the first two knitters who have downloaded Snow Flurry! Thank you very much and have a lot of fun knitting it!

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Ich wünsche allen einen schönen ersten Advent und friedliche Tage – mit oder ohne Garn auf den Nadeln.

Coming soon… Schneegestöber

Nein, das ist nicht der Wetterbericht… Dieser Tage arbeite ich an den letzten Feinheiten meines ersten eigenen Strickdesigns. Getauft habe ich das kleine Kleidungsstück Schneegestöber (oder englisch snow flurry).

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Ist sie nicht immer wieder verlockend, diese kindliche Ausgelassenheit, die die Vorstellung eines schneereichen Winters in uns weckt? Dass dann die Großstadt mit ihren Pflichten gleich wieder alle Unbekümmertheit verschlucken will, gehört hier zum Lauf der Jahreszeiten.

Aber es schneit ja noch längst nicht! Dafür gibt es hier eine sneak preview auf die gestrickten Schneesterne…

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Fotos, die mehr vom Muster verraten, folgen hier bald, wenn auch die Strickschrift fertig ist. Das für den Pullunder verwendete Garn Pure Shetland 4ply ist natürlich in meinem Shop bei dawanda vorrätig.

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Und mit ganz schneller Nadel gestrickt (12 mm!) war für den herbstlich kühlen Foto-Ausflug auch schon mein Loop-Schal bereit. Das extra voluminöse Garn von Erika Knight leuchtet im schönsten Rot Marni und stammt – ganz nach meinem Geschmack – von den Britischen Inseln.

Die Anleitung von Ashley Higgs für das herrlich strukturierte Flechtmuster kann kostenlos nachgelesen werden, die Länge des Loops habe ich allerdings verdoppelt.

Stars and night breezes

Jetzt ist er da, der Herbst. Für viele Menschen, die stricken oder mit Wolle arbeiten, ist er die kreativste Zeit des Jahres. Nun fliegen also die ersten gelben Blätter mit den Windböen, und die Luft, die durch das nächtlich geöffnete Fenster eingelassen wird, ist endlich wieder wirklich frisch.

Und was macht der Herbst mit mir?

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Ein Schnipsel Geschenkband, der seit dem vergangenen Weihnachten neben meinem Schreibtisch fast unbemerkt hing, weckt nun mein Interesse.

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So auch die Tasse mit den rot-goldenen Sternen, die sehr lange im Schrank stehen bleiben musste. Monatelang fühlte sie sich unpassend an, kein Getränk wollte bei frühlingshaften oder sommerlichen Temperaturen aus ihr so richtig schmecken.

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Doch nun macht das Aufwärmen der Körper- und Seelentemperatur wieder Freude und ermuntert meine Kreativität. Schon seit längerer Zeit denke ich daran, ein eigenes Strickdesign zu entwickeln und eine Anleitung zu schreiben.

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Das Sternenmotiv rückt dabei für dieses erste Design immer mehr in meinen gestalterischen Blickwinkel.

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Foto © Kate Davies Designs

 

Die britische Designerin Kate Davies ist für mich ein unerschöpflicher Quell der Inspiration. Ich bewundere ihre Designs, ihre Energie und ihre Lebensfreude. Wann immer ich etwas Ablenkung von Alltag oder Scherereien brauche, stöbere ich in ihrem Blog oder in ihrem Profil bei ravelry. Ihre Beiträge zur Kulturgeschichte von Wolle und Strickdesign sind erhellend, manchmal erheiternd, immer ein Gewinn für mich. Und ihre Designs sind nicht nur hinreißend, sie zeigen die allerschönsten Wechselbezüge von moderner und traditioneller Gestaltung. Kate Davies‘ Liebe zu Wolle spricht aus allen ihren Beiträgen. Immer wieder bestaune ich ihren umwerfend schönen Pullover Boreal

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… und lasse mich inspirieren zu einem mehrfarbigen Design aus Pure Shetland 4ply.

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Hier also ein erster Musterentwurf für eine Weste, die für das jüngste männliche Familienmitglied bestimmt ist, und natürlich ein zentrales Sternenmotiv hat. Je nachdem wie rasch ich vorankomme, hoffe ich, ganz bald ein fertiges Kleidungsstück hier zeigen und eine Strickanleitung veröffentlichen zu können.

Doch der „Job-für-die-Miete“ beansprucht im Moment viel Zeit und Kraft. Die drei Minuten mit Ella und Louis bei „stars“ und „night breezes“ sind da eine Wohltat.